StartseiteT U STus Bargstedt feiert Jubiläum

Zum 100-jährigen Bestehen veröffentlicht der Verein eine Chronik

Bargstedt. Für sein rundes Jubiläum hatte der Turn- und Sportverein Bargstedt (Tus) einige Aktivitäten geplant. Die Corona-Krise kam dazwischen und fast alle Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Die Vereinsmitglieder hatten sich ihr 100. Jahr etwas anders vorgestellt.

„An der Jubiläumsfeier am 23. Oktober halten wir noch fest“, sagte der Vorsitzende Hans-Christian Sibbert. Dafür mussten Läufe, Ringreiten und das Spiel ohne Grenzen ausfallen: „Wir hatten eigentlich auch Spiele von damals geplant. Kaum einer weiß, dass Bargstedt mal Norddeutscher Vizemeister im Schlagball war.“

Dieses vergessene Wissen soll durch eine Festschrift wiederbelebt werden. Linda Grunau und Volker Horst hatten sich in den vergangenen Monaten mit der Geschichte des Vereins auseinandergesetzt und aus den verfügbaren Quellen niedergeschrieben. „Die Jahre 1920 bis 1966 waren sehr schwierig zu rekonstruieren, da es kaum Aufzeichnungen gab“, sagte Volker Horst. Einige Anhaltspunkte bot jedoch eine Satzung aus dem Jahr 1926. Eine weitere Quelle stellte die Chronik des Dorflehrers Adolf Martens aus den 1970er-Jahren dar. „Martens war selbst eine Zeit Vorsitzender des Sportvereins“, erläuterte Sibbert.

Der Tus Bargstedt erlebte Höhen und Tiefen. So ruhte während der Kriegsjahre der Sportbetrieb. 1947 durfte man jedoch wieder loslegen. „Mannschaftssportarten waren damals eher selten. Die Faustballsparte sei stark gewesen. Turnen und Leichtathletik waren viel beliebter. So gab es beispielsweise eine Turnabteilung. „Die Geräte standen im Landgasthof. Auf dem Saal waren extra Verankerungen im Boden eingelassen.“ Aber kurz darauf sanken die Mitgliederzahlen wieder. „Viele Flüchtlinge, die nach dem Krieg in Bargstedt wohnten, zog es ins Ruhrgebiet, da es dort mehr Arbeitsplätze gab.“

Von 1955 bis 1966 wurde der Sport größtenteils durch Lehrer an der Schule organisiert. „Das war eher Bolzen auf dem Schulhof“, sagte der Vorsitzende Sibbert. Erst danach wurde neu organisiert. Aktive Mitglieder waren von Dorf zu Dorf gezogen und haben die Leute angesprochen. Nachdem 1968 die Sportanlage eingerichtet wurde, auf der heute auch noch Sport gemacht wird, hatte der Verein einen festen Anlaufpunkt bekommen. „Vorher wurde auf den Hauskoppeln der Bauern Sport gemacht“, sagte Volker Horst.



Quellenangabe: Holsteiner Zeitung vom 01.07.2020, Seite 25

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